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Wir fordern!

Kampagnen und Aufklärungsarbeit zum Umgang mit Plastikmüll sind wichtig aber ohne politischen Druck wird sich das Nutzungsverhalten von Verbraucherinnen und Verbrauchern weg von Einweg-Plastiktüten und hin zu umweltfreundlicheren Mehrwegbeuteln vermutlich nur in einem geringen Ausmaß ändern.

Leider ist ein Verbot von Plastiktüten wie in anderen Ländern (Hawaii,) noch nicht mit EU-Recht vereinbar.

Wir fordern deshalb kurzfristig eine generelle Abgabe auf Einweg-Plastiktüten in allen Handelsbereichen!

Eine obligatorische, finanzielle Abgabe auf Plastiktüten kann deren Verbrauch in Deutschland deutlich reduzieren, vor allem dort, wo es Plastiktüten gratis zum Einkauf dazu gibt - in Modegeschäften, Metzgereien etc. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen dass eine Abgabe pro Plastiktüte schnell zu einer Reduktion des Plastiktütenverbrauches führt. In Irland und Dänemark wurden bereits eine generelle Abgabe eingeführt. Diese Strategie reduzierte den Plastiktütenverbrauches in Irland um 90 Prozent – von 328 Tüten pro Kopf und Jahr auf heute noch 16, in Dänemark sind es nur 4!

Eine verpflichtende Steuer zwingt die Kunden den Kauf jeder neuen Tüte aus Kostengründen abzuwägen. Bei einer Abgabenhöhe von 22 ct auf jede Plastiktüte ist laut Deutscher Umwelthilfe mit einem unmittelbaren Effekt auf das Käuferverhalten zu rechnen. Sollte ein Gewöhnungseffekt eintreten und der Verbrauch wieder ansteigen, muss die Abgabe in einem zweiten Schritt auf 44 Eurocent erhöht werden.

Biologisch abbaubare Plastiktüten, dünnwandige Plastiktüten aus nachwachsenden Rohstoffen und Papiertüten weisen keine erheblichen Umweltvorteile gegenüber herkömmlichen rohölbasierten Tüten auf. Aus diesen Gründen ist es sinnvoll keine Ausnahmeregelungen zu treffen und alle Einweg-Tüten grundsätzlich mit einer Abgabe zu belegen.

Die Einnahmen aus der Plastiktütenabgabe lassen sich zur Deckung der Verwaltungskosten, für die Durchführung von Abfallvermeidungskampagnen, zur Förderung von Verpackungsalternativen, für die Entwicklung verbesserter Entsorgungsoptionen und für die Erhöhung der Recyclingquoten für Kunststoffabfälle einsetzen.

Langfristig fordern wir ein endgültiges Verbot von Einweg-Plastiktüten in Deutschland und der EU.

Dafür müssen endlich konkrete Gesetzesvorschläge erarbeitet und europaweit umgesetzt werden. Verbote wirken schnell, sind leicht zu kontrollieren und helfen unmittelbare Gefahren durch Plastikmüll abzuwenden.

Recycelte Taschen aus PET-Flaschen sind unsere Kernkompetenz. Allerdings landen auch viel zu viele PET-Flaschen in der Umwelt, es gibt noch kein einheitliches Pfandsystem, einige dünnwandige Flaschen sind davon ausgenommen. Alle PET-Flaschen sollten Mehrwegflaschen sein und bepfandet werden um die Rücklauf- und damit auch die Recyclingquote zu erhöhen.

Nicht nur PET-Flaschen sind ein Problem. Auch Kunststoff- und Plastikverpackungen aller Art gelangen in unsere Umwelt und Flüsse. Jeder von uns zahlt zwar bereits eine Abgabe beim Einkauf von Kunststoffverpackung an den Grünen Punkt doch sollten Unternehmen, deren Produkte doppelt und dreifach verpackt sind, eine Umweltsteuer oder Entsorgungssteuer zahlen um dem Verpackungswahn ein Ende zu bereiten und ökologischere Verpackungsideen zu fördern. Der Trend in Industrie und Handel zur Nutzung von Schlupflöchern der Verpackungsverordnung muss endlich gestoppt werden.