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  • Mehrweg statt Einweg

Mehrweg statt Einweg

Fünf Millionen Tonnen Plastik landen in Deutschland pro Jahr im Müll. Das ist eine enorme Verschwendung von Ressourcen und eine unzumutbare Umweltbelastung. Seit den neunziger Jahren hat sich die Menge an Plastikmüll hierzulande sogar verdoppelt. Nicht einmal die Hälfte davon wird recycelt. Das Meiste wird mit dem Restmüll verbrannt und die Ressourcen gehen verloren. Der viel zu hohe Verbrauch an Plastiktüten, Plastikverpackungen oder Plastikspielzeug ist leider inzwischen Alltag geworden

Verbraucherinnen und Verbraucher können relativ einfach zur Reduzierung von Plastikmüll beitragen.

Ein Anfang ist der Verzicht auf Einweg-Plastiktüten. Hiervon werden in Deutschland jährlich sechs Milliarden Stück benutzt und die einzelne Tüte im Schnitt nur 25 Minuten.

In den 1950er Jahren gab es noch keine Plastiktüten. Fragt eure Großeltern! Dennoch konnten Kunden ihren Einkauf ohne größere Probleme erledigen, indem sie Einkaufskorb oder -tasche mit in den Laden brachten. Die einmalige Verwendung von Plastiktüten ist deshalb eine unnötige Verschwendung von Rohstoffen und ein Symbol unserer Überflussgesellschaft.

Aufgrund der kurzen Nutzungsdauer müssen Plastiktüten für den Transport von Waren immer wieder neu produziert werden. Solche Verbrauchsmuster führen zur Herstellung enormer Mengen an Plastiktüten. Auf diese Weise fallen in Deutschland jährlich Plastiktüten mit einem Gesamtgewicht von 100.000 Tonnen an. Gegenwärtig werden die meisten Plastiktüten noch aus fossilem Rohöl hergestellt, was den zunehmenden Verbrauch natürlicher Ressourcen weiter befördert. Beginnend mit der Extraktion von fossilen Brennstoffen zur Herstellung, der Produktion und dem Transport der Tüten zu ihrem Ausgabeort werden die CO2 Emissionen bei einem Verbrauch von jährlich einer Billion Tüten auf 30,97 Millionen Tonnen geschätzt und der Klimawandel weiter angeheizt. Aber auch der unnötige Einsatz von Energie und Wasser zur Herstellung könnte durch einen Verzicht auf Einwegtüten vermieden werden.

Ein ressourcenschonendes Leben macht Spaß, ist modern und kennzeichnet einen bewussten Lebensstil.

Ressourcenschonend zu konsumieren bedeutet nicht, verzichten zu müssen. Es ist die bewusste Entscheidung für weniger und andere Produkte und Dienstleistungen. Es ist für jeden ein Gewinn, endlich mehr aus den vorhandenen Ressourcen zu machen und viele Produkte öfter und anders zu nutzen. Es macht Spaß, alten Dingen wieder neuen Wert zu geben.

Für eine Tüte, die nicht hergestellt werden muss, wird weder Material, noch Energie benötigt.

Um eine Plastiktüte zu produzieren, benötigen die Hersteller Erdöl, Energie und Wasser. Dieser Einsatz natürlicher Ressourcen und die Umweltbelastungen werden begrenzt, wenn Tüten oder Taschen so oft wie möglich genutzt werden.

Aufgrund ihres Mehrwegcharakters bieten Tragetaschen aus Baumwolle, Jute oder Kunststofffasern einen hohen Anreiz für umweltbewusstes und ressourcenschonendes Verhalten. Für einen umweltbewussten Einkauf sollten Verbraucherinnen und Verbraucher eine wiederverwendbare Tasche, einen Rucksack oder einen Korb benutzen – gleichgültig, ob aus Baumwolle, Jute, Kunstfaser oder anderem Material. Denn: Mehrweg ist besser als Einweg.

Umwelt-Bilanz

Aufgrund ihrer Verarbeitung und Stabilität sind Mehrwegtragetaschen darauf ausgelegt bis zu mehrere hundert Mal wiederverwendet zu werden. Durch die Verwendung einer Mehrwegtasche und den Verzicht auf die Nutzung von Einwegtüten könnte ein Durchschnittseuropäer jeden zweiten Tag eine Plastiktüte, in einem Jahr 176 und in 20 Jahren über 3.500 Plastiktüten vermeiden.

Damit eine Mehrwegtragetasche ökologisch besser abschneidet als eine Einweg-Plastiktüte ist eine Mindestanzahl an Wiederverwendungen notwendig. Mehrwegtragetaschen benötigen aufgrund ihrer Verarbeitung und Materialstärke gegenüber Einweg-Plastiktüten mehr Material, Ressourcen und Energie zur Herstellung. Klassische Materialien für Mehrwegtaschen, wie z.B. Baumwolle, Bast oder Flachs, verursachen durch ihren Anbau hohe Umweltauswirkungen in den Umweltbewertungskategorien Wasser- und Energieverbrauch, Eutrophierung und Versauerung. Um diesen „ökologischen Rucksack“ abzubauen, müssen Baumwollbeutel zwischen 25 und 32 mal wieder verwendet werden, um besser als Polyethylen-Tüten aus Neugranulat abzuschneiden.

Die notwendigen Wiederverwendungszyklen von Mehrwegtragetaschen für eine ökologische Vorteilhaftigkeit hängen im Einzelnen von der Mehrwegtasche selbst und den zu vergleichenden Plastiktüten ab. Wenn Baumwolltragetaschen ökologischer sein sollen als Einweg-Plastiktüten aus überwiegend recyceltem Kunststoff, dann muss diese 83 mal wieder verwendet werden. Vergleicht man eine Baumwolltasche jedoch mit einer biologisch abbaubaren Einweg-Tüte aus Polylactid, dann muss diese lediglich sieben Mal genutzt werden.

Mehrwegtaschen aus Kunststoff weisen hinsichtlich der Rohstoffbereitstellung und Produktion deutliche Vorteile gegenüber Naturfasern auf und benötigen daher deutlich weniger Wiederverwendungen, um umweltfreundlicher als Einweg-Plastiktüten zu sein. So ist eine Mehrwegtragetasche aus Polypropylen bereits nach drei Nutzungen umweltfreundlicher als eine Einweg-Tüte aus Polyethylen.

ChicoBag® Mehrwegtragetaschen, die zum überwiegenden Teil (ChicoBag® Vita zu 99%) aus recyceltem Material, wie alten PET-Getränkeflaschen hergestellt werden, stehen in ihrer Umweltbilanz noch besser da. Schon bei der Herstellung wird im Vergleich zu herkömmlichen Mehrweg-Kunststofftaschen Abwassermenge, der Energieverbrauch und die Schadstoffemissionen reduziert. Durch ihre hochwertige Verarbeitung und das robuste Material können die ChicoBag® Mehrwegtaschen viele hundert mal wiederverwendet werden und helfen so den Alltag für viele Jahre ökologischer zu gestalten, natürliche Ressourcen zu schonen und die Umwelt zu schützen.

Noch mehr Informationen findet ihr in den Hintergrundpapieren der Deutschen Umwelthilfe.